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| Und
das Wichtigste nebenbei lernen |
| Neben
der Vermittlung von Fachwissen legen wir den Schwerpunkt
auf das „Trainieren“ der sozialen Kompetenz: |
| Kontakte
knüpfen lernen |
| Schon
bei den kleinen Kwährdenkerinnen und Kwährdenkern
legen wir Wert auf die persönliche Begrüßung: Ein
sprechender Stein wandert von Kind zu Kind und wird
mit einer freundlichen Geste oder einem netten Kommentar
weiter gegeben. Wir sind immer wieder erstaunt,
wie schnell selbst Eineinhalbjährige das Ritual
dieser persönlichen Kontaktaufnahme lernen, wenn
es in einem positiven Klima von ihnen gefordert
wird. Gleichzeitig verringern wir den Erwartungsdruck
von Seiten der Eltern, in dem wir die Kinder intensiv
in ihren Stärken wertschätzen. Die „Club-Etikette“
für Schulkinder sieht die Begrüßung per Handschlag
und Blickkontakt vor. Alle Kinder tragen mit ihrem
Namen beschriftete Buttons. Da unsere Gruppen sich
häufig auf Exkursionen befinden, lernen sie zahlreiche
„Experten“ – vom Landwirt bis hin zur Polizeiinspektorin-
kennen. Wir ermuntern unsere Kwährdenker, Fragen
zu stellen und sich das Expertenwisssen zu eigen
zu machen. Kontaktfreudigkeit und ein immer sicherer
werdender Umgang mit Erwachsenen sind deutlich zu
spüren. |
| Zuhören
lernen |
| Vom
Wahrnehmen von Geräuschen über das „aktive Zuhören“
in Gesprächen bis zum Feed-back-Geben sind es jeweils
nur kleine Schritte. Mit einer Flüsterzeit leiten
wir bei den „Kleinen“ den Thementeil ein, die Schulkinder
schauen auf die Kwährdenker-Uhr, die zwischen „Zuhör-,
Lern- und Notizzeit“ wechselt. Sie signalisiert,
in welcher Phase sich die Gruppe befindet. Wurde
sie zunächst nur von der Trainerin stärker genutzt,
setzen die Kinder sie jetzt auch gezielt ein, „um
sich Gehör zu verschaffen“. |
| Beurteilen
lernen |
| Konstruktive
und wertschätzende Kritik stehen bei uns im Vordergrund.
Ergreifen in „der Spiel- und Lernwerkstatt“ eher
die Eltern die Initiative und nehmen zum Abschluss
eine „Perle“ aus dem „Schatzkasten“ mit, mit der
sie erklären, was für sie an diesem Tag wichtig
war, lernen die Schulkinder ganz verschiedene Methoden
kennen: Zum Abschluss einer jeden „Kwährdenker-Stunden“
geben die Kinder der Trainerin ein Feedback, auch
nutzen die Kinder ein Stimmungsbarometer, mit dem
sie sich einschätzen lernen und anderen wertfrei
ihre Meinung mitteilen können. Unsere „großen Kwährdenker
in den Eltern-Gesprächsrunden müssen wir stark ermuntern,
ihre Meinung und ihre Gefühle zu reflektieren, um
ehrlich und offen mit einander umzugehen. Denn nur
Menschen, die einen eigenen Standpunkt besitzen,
können eigen- und sozialverantwortlich handeln.
Und nur Eltern, die diese Fähigkeiten gelernt haben,
können sie auch an die eigenen Kinder weiter geben. |
| Im
Team lernen |
| Bereits
in den Eltern-Kind-Gruppen sprechen wir vom Kinder-
und vom Elternteam, beide Teams besitzen eigene
Rituale. Während die Kinderteams sich in der Regel
schnell finden, brauchen die Mütter und Väter, die
zeitgleich mit einer eigenen Erwachsenen-Pädagogin
in einem anderen Gruppenraum arbeiten, etwas länger,
um sich wirklich zu einem Team – und nicht als -
miteinander konkurrierende Eltern- zu verstehen.
Erst dann entsteht Vertrauen und die Eltern können
offen miteinander lernen . Bei den „ Fastschul-
und den Schulkindern“ verteilt die Trainerin zum
Abschluss einer jeden Einheit im „Kwährdenker-Club
für Schulkinder“ Punkte, die das gesamte Team für
das Einhalten der sogenannten Clubetikette erhält.
So wird deutlich, dass Einzelne in ihren Leistungen
zwar geschätzt werden, die Priorität aber auf das
Lernen im Team gelegt wird. Zuvor befragt die Trainerin
die Gruppe in ihrer Selbsteinschätzung. Gerade Kinder,
die schon einen längeren Zeitraum dabei sind, lernen
sehr klar, sich und die Gruppe einzuschätzen und
ihre Meinung vor anderen Kund zu tun. In der „Lernzeit“
(s. Kwährdenker-Club-Uhr) arbeiten die Kinder zumeist
in „Forscherteams“. Zunächst hatten die Sechsjährigen
mit dieser Lernform ihre Mühe, doch im Laufe der
Zeit hat sich ein eigenständiges System („wer übernimmt
heute die Gruppenleitung?“) entwickelt. Die Kinder
werden sicherer im Umgang miteinander und erkennen
den Vorteil der gemeinsamen Erarbeitung. Auch Diskussionen
untereinander verlaufen ohne Eingreifen der Trainerin
in fairer und wertschätzender Weise. |
| Entscheiden
lernen |
|
Wir begegnen Kindern und Eltern mit einer inneren
Haltung, die von gegenseitigem Respekt getragen
ist. Besonders wichtig ist uns, dass sowohl Eltern
als auch Kinder eine bewusste Entscheidung für ein
Kwährdenker-Semester treffen. In persönlichen Gesprächen
erläutern wir beiden vorab das Konzept und fordern
eine bewusste Entscheidung. Stellen wir fest, dass
unterschiedliche und nicht miteinander zu vereinbarende
Erwartungen vorliegen, raten wir von der Kursteilnahme
ab. Eine lange Warteliste und die hohe hohe Kontinuität
in der Teilnahme unterstreicht unsere –in diesem
Punkt -konsequente Haltung. |
| Lernen
lernen |
| „Wer
viel lernen will, muss viel fragen!“. Dieser Grundsatz
macht deutlich, dass wir „Lernen“ als einen aktiven
und selbst bestimmten Prozess verstehen und die
Verantwortung dafür auf die Clubmitglieder übertragen.
Sie werden nicht „belernt/ belehrt“ sondern sie
lernen aktiv. Bei den Schulkindern setzen wir gezielt
verschiedene Methoden wie Mindmaps, Fantasiereisen
etc. ein, um den Kindern auf der Suche nach den
eigenen „Reiz-Eingangskanälen“ behilflich zu sein.
Die Kinder führen eigenständig eine Mappe und „verankern“
in der „Notizzeit“ das Gelernte auf Papier und zeitgleich
im Gedächtnis in Form von Zeichnungen, Symbolen
oder Wörtern. Wir ermuntern die Eltern anhand dieser
Aufzeichnungen, das Erlernte im Gespräch zu erfragen. |
| Streiten
lernen |
| Streit
gehört zum Leben, er kann kreative Prozesse in Gang
setzen oder Motivation im Keim ersticken. Die Kinder
lernen unter Einsatz „mediativer Elemente“, Streit
mit Worten zu schlichten, Gefühle anzusprechen und
gemeinsam an unkonventionellen Lösungen zu arbeiten.
In der Regel gelingt dieses den Kindern eigenverantwortlich.
Nur in Ausnahmefällen wird eine Mediatorin zu Rate
gezogen. Zwei ausgebildete Mediatorinnen und eine
Mediatorin (BM) coachen die Trainerinnen in diesem
Kompetenzbereich. |
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